Reflektion einer Lesung in Weißenfels

Konträr ihr Stil – ähnlich der Fokus : Menschen in ihrer Vielfalt der menschlichen Einfältigkeit.


Veranstaltung im Gasthof Stadt Weißenfels in Weißenfels in der Merseburger Str. 67

 

„Mitten im Februar“ Konzert und Lesung

 

Michael Schwesinger, Bäcker und Autor

M. Kruppe, Autor

Marcus Pawis, Musiker, Songwriter

 

25 Interessierte Gäste aus dem kulturell hungernden Weißenfels.

Spannende Mischung aus Fans und nach Kultur lechzenden Einwohnern der Stadt.

Zwischen den Beiträgen schüchterner verhaltener Beifall meist ausgelöst durch die Bemerkung von M. Kruppe: „Wenn ich das Glas hebe, dürft ihr klatschen.“

Es klatschte, das Publikum.

 

Es war ein Mix aus Lesung und musikalischer Umrahmung von etwas schüchtern vorgetragenen Songs, die sonst eine Bandkulisse haben.

Songs, die in ihrer poetischen Form volle Aufmerksam brauchten, aber durch eine Versunkenheit in sich des Künstlers M. Pawis nicht so recht zum Tragen kam. Schade bei der Poesie der Texte.

Spannend dazu die beiden Lesenden.

Konträr ihr Stil – ähnlich der Fokus : Menschen in ihrer Vielfalt der menschlichen Einfältigkeit.

Kruppe wortstark, mitunter laut, ging voll in die Emotion der Beschriebenen.

Schwesinger besonnen ruhig, im Lesemodus. Differenzierung ausschließlich zwischen der reinen Story und dem Wortwörtlichen der Beschriebenen und ihm .

Beschreibung von spannenden Erlebnisse, Biographien und Handlungsmuster von Menschen. Unterschiedlich das Fenster aus dem es die Betrachtungen gab.

Der eine in der Größer der Personen, der andere mit dem Blick aus den Umständen in den Menschen agieren und sich verhalten.

Es war ein Abend – überraschend in Weißenfels, der mir viel Inspiration für meine eigenen Gedanken gab. Mich auseinander zu setzen beim Loslassen nach 45 Jahren beruflichen Schaffens, wenn man plötzlich gesagt und es zu spüren bekommt, übrigens nicht immer wertschätzend und kommunikativ  –

Du bist (zu) ALT“.  Ach was! 

Und übrigens: Alt hat nichts mit grau/weißen Haaren oder Jahren zu tun.

Das staatlich verordnete und avisierte Rentenalter ist ein Datum – mehr nicht.

Freiberuflich Selbständige gehen von der Bühne, wenn´s soweit ist.

Angestellte werden termingerecht verabschiedet. Großer Unterschied.